Fragen & Antworten
Häufige Fragen zu kolloidalem Silber
Kompakte, neutrale Antworten auf die Fragen, die am häufigsten gestellt werden.

Grundlagen
Was ist kolloidales Silber?
Kolloidales Silber (Silberwasser) besteht aus mikroskopisch kleinen Silberpartikeln, die fein verteilt in reinem Wasser schweben. Die Konzentration wird in ppm (Milligramm Silber pro Liter) angegeben. In der Praxis liegt neben metallischen Partikeln fast immer auch ein Teil des Silbers als gelöste Ionen vor.
Was ist der Unterschied zwischen ionischem und kolloidalem Silber?
Ionisches Silber besteht aus gelösten Silberionen (Ag+), kolloidales Silber aus metallischen Partikeln, die in der Flüssigkeit schweben. Selbst hergestellte Lösungen aus der Elektrolyse enthalten meist überwiegend Ionen und nur einen kleineren Anteil echter Partikel. Wer Produkte vergleicht, sollte auf diese Angabe achten – sie fehlt jedoch häufig.
Was bedeutet die ppm-Angabe?
ppm steht für 'parts per million'. 10 ppm entsprechen 10 Milligramm Silber pro Liter Wasser. Die ppm-Zahl allein sagt jedoch wenig über die Qualität aus – Partikelgröße und Reinheit sind ebenso wichtig. Eine höhere ppm-Zahl ist kein Qualitätsmerkmal.
Woran erkennt man, dass wirklich Partikel in der Lösung sind?
Am Tyndall-Effekt: Beleuchtet man das Glas seitlich vor dunklem Hintergrund, wird der Lichtkegel als feiner Streifen sichtbar, weil die Partikel das Licht streuen. Reines Wasser und rein ionische Lösungen zeigen diesen Effekt praktisch nicht.
Herstellung
Wie wird kolloidales Silber selbst hergestellt?
In der Regel per Elektrolyse mit einem Silbergenerator: Zwei Feinsilber-Elektroden werden in destilliertes Wasser getaucht und an eine schwache Gleichspannung angeschlossen. Dabei lösen sich winzige Silberpartikel im Wasser. Die Dauer bestimmt zusammen mit der Spannung die Konzentration.
Welches Wasser wird für die Herstellung verwendet?
Ausschließlich destilliertes oder entmineralisiertes Wasser. Leitungs- oder Mineralwasser enthält Salze und Mineralien, die den Elektrolyseprozess unkontrollierbar machen und zu unerwünschten Verbindungen führen können. 'Gereinigtes' oder gefiltertes Wasser ist nicht dasselbe wie destilliertes Wasser.
Welche Elektroden sind geeignet?
Nur Feinsilber mit einer Reinheit von 999 (99,9 %) oder höher. Legierungen wie Sterlingsilber sind ungeeignet, da sie andere Metalle enthalten – Sterlingsilber besteht zu rund 7,5 % aus Kupfer, das bei der Elektrolyse mit in Lösung geht.
Wie lange dauert ein Ansatz?
Das lässt sich nicht allgemein sagen, weil Spannung, Elektrodenfläche, Abstand, Wassermenge und Temperatur zusammenwirken. Verlässlicher als Faustregeln aus Foren ist die Anleitung des jeweiligen Geräts. Wer den ersten Ansatz mit einem Messgerät begleitet, kann die eigene Laufzeit einmal sauber ermitteln und danach reproduzieren.
Darf man Salz zusetzen, damit das Wasser besser leitet?
Nein. Salz liefert Chlorid, das mit Silber zu schwer löslichem Silberchlorid reagiert – erkennbar an einer milchigen Trübung. Das Ergebnis ist kein kolloidales Silber.
Wie genau ist ein ppm-Messgerät?
Ein TDS- oder Leitwertmessgerät misst die elektrische Leitfähigkeit, nicht das Silber selbst. Es erfasst vor allem Ionen; metallische Partikel tragen kaum zur Leitfähigkeit bei. Der Wert taugt daher zur Wiederholbarkeit des eigenen Prozesses, nicht als absoluter Gehaltsnachweis. Exakte Werte liefert nur eine Laboranalyse.
Lagerung & Haltbarkeit
Wie wird kolloidales Silber gelagert?
Dunkel und kühl, am besten in Braun- oder Violettglasflaschen, die den Inhalt vor Licht schützen. Kolloidales Silber ist nur begrenzt haltbar, daher empfiehlt es sich, kleinere Mengen frisch herzustellen.
Wie lange ist kolloidales Silber haltbar?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Mit der Zeit klumpen die Partikel zusammen und setzen sich ab; Licht und Wärme beschleunigen das. Praktisch heißt das: lieber kleine Mengen häufiger ansetzen, Ansatzdatum notieren und die Lösung verwerfen, wenn sie sichtbar trüb wird oder Bodensatz zeigt.
Warum kein Kunststoff und kein Metall zur Aufbewahrung?
Metallgefäße können Fremdionen einbringen. Klarglas und viele Kunststoffe bieten keinen Lichtschutz, wodurch die Partikel schneller verklumpen. Braun- oder Violettglas ist deshalb die übliche Wahl.
Sicherheit & Recht
Ist kolloidales Silber in Österreich zugelassen?
Nein. Kolloidales Silber ist in Österreich und der EU weder als Arzneimittel noch als Nahrungsergänzungsmittel zur Einnahme zugelassen. Es darf nicht mit gesundheits- oder heilbezogenen Aussagen beworben werden.
Was ist Argyrie?
Argyrie ist eine dauerhafte graublaue Verfärbung der Haut, die durch die langfristige Aufnahme größerer Mengen Silber entstehen kann. Sie ist in der Regel irreversibel und die bekannteste Nebenwirkung übermäßiger Silberzufuhr. Besonders sichtbar wird sie an lichtexponierten Stellen wie dem Gesicht.
Was sagt die EFSA zu Silber?
Die EFSA hat Silber als Lebensmittelzusatzstoff E 174 geprüft und konnte die Sicherheit weder 2016 noch in der Folgebewertung 2025 beurteilen – die vorgelegten Daten reichten beide Male nicht aus, unter anderem zu Partikelgröße und Ionenfreisetzung. 'Nicht bewertbar' bedeutet ausdrücklich nicht 'unbedenklich'.
Ist Silber ein Spurenelement, das der Körper braucht?
Nein. Silber ist für den menschlichen Körper kein essentielles Spurenelement – es erfüllt keine bekannte notwendige Funktion. Deshalb gibt es auch keine empfohlene Zufuhrmenge.
Gibt es Wechselwirkungen mit Medikamenten?
Möglich ist eine Beeinflussung der Aufnahme bestimmter Wirkstoffe, unter anderem bei einigen Antibiotika und bei Schilddrüsenhormonen. Wer Medikamente einnimmt, sollte das mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Apotheke besprechen.
Ist kolloidales Silber für Kinder, Schwangere oder Haustiere geeignet?
Für Schwangere, Stillende und Kinder fehlen belastbare Sicherheitsdaten – von einer Anwendung ist abzuraten. Bei Tieren ist zu bedenken, dass Katzen und Kleintiere sich nach dem Auftragen putzen und die Lösung dabei aufnehmen. Bei kranken Tieren ist die Tierarztpraxis die richtige Adresse.
Warum darf E 174 in Lebensmitteln eingesetzt werden, wenn die Sicherheit unklar ist?
E 174 ist nur für eng begrenzte dekorative Zwecke zugelassen, etwa als Überzug von Pralinen oder Likören. Das ist eine technologische Zulassung aus der Zeit vor der heutigen Bewertungspraxis – kein Sicherheitsnachweis für die Einnahme kolloidaler Lösungen.
Quellen & weiterführende Informationen
- EFSA (2016): Scientific opinion on the re-evaluation of silver (E 174) as food additiveEFSA Journal 14(1):4364
- EFSA (2025): Follow-up of the re-evaluation of silver (E 174) as a food additiveEFSA Journal 23(4):9316
- NCCIH: Colloidal SilverNational Center for Complementary and Integrative Health (NIH), USA
- Nahrungsergänzungsmittel – rechtlicher Rahmen in ÖsterreichAGES – Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit
- Arzneimittelgesetz (AMG), geltende FassungRIS – Rechtsinformationssystem des Bundes, Österreich
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